Freitag, 15. Mai 2026
Einem aktuellen Bericht zufolge wird die Kapazität von Projekten zur Integration erneuerbarer Energien (RI) in Europa bis 2030 um mehr als 450 % steigen. Deutschland wird dabei eine führende Rolle spielen und gilt laut Bericht aufgrund der hohen Rendite als attraktivste Region für solche Projekte.
Nach Deutschland zählen auch Großbritannien und Bulgarien zu den attraktiven Standorten in Europa, wie ein im Mai veröffentlichter Bericht von Aurora Energy Research zeigt.
Projekte zur Integration erneuerbarer Energien in Europa verzeichnen ein rasantes Wachstum, insbesondere bei Windparks und Solarkraftwerken. Dadurch können Stromerzeuger überschüssige Energie speichern, anstatt sie bei Stromüberschüssen im Netz mit Verlust zu verkaufen, und sie bei steigenden Preisen wieder abgeben. Diese Informationen stammen von der spezialisierten Energieplattform.
Laut dem Bericht erreichte die Kapazität von Batteriespeichersystemen für erneuerbare Energien in Europa bis 2025 6,3 Gigawatt. Solare Energiespeichersysteme stellten dabei mit über 60 % den größten Anteil der Projekte dar.
Der Bericht stufte Deutschland – gefolgt von Großbritannien und Bulgarien – als attraktivsten Markt für diese Projekte ein. Auch Spanien, Ungarn und Frankreich wurden aufgrund der laufenden Regulierungsreformen in diesen Ländern als vielversprechende Märkte genannt.
Negative Preise erfordern den Ausbau von Batteriespeichersystemen für erneuerbare Energien
Laut einem Bericht von Aurora Energy Research stieg die Anzahl der Stunden mit negativen Preisen für erneuerbare Energien in Europa im vergangenen Jahr aufgrund eines großen Überschusses im Stromnetz deutlich an.
Negative Strompreise in Spanien, den Niederlanden und Deutschland überschritten 2025 die Marke von 500 Stunden.
Der Bericht prognostiziert, dass der Rückgang der Erzeugung erneuerbarer Energien (die Produktionsminderung bei Überschuss des Angebots an Nachfrage) von über 10 Terawattstunden im Jahr 2024 auf rund 33 Terawattstunden bis 2030 ansteigen wird.
Dies erfordert den Ausbau der Infrastruktur für erneuerbare Energien und Batteriespeicher in Europa, um diesen Überschuss aufzunehmen und zu nutzen. Aurora Energy prognostiziert ein Wachstum von fast 500 % bis zum Ende des laufenden Jahrzehnts.
Der Bericht, der 20 Länder umfasste, identifizierte Deutschland, Großbritannien und Bulgarien als die attraktivsten Optionen.
Berlin bietet das Potenzial für eine hohe interne Rendite, während Großbritannien von einer beträchtlichen installierten Kapazität und einem Projektnetzwerk profitiert, das durch Preisdifferenzverträge abgesichert ist, welche die Verzögerungen beim Netzanschluss ausgleichen. Bulgarien vereint laut Bericht starke Unterstützung, ein robustes Projektnetzwerk und günstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Der Aurora-Bericht empfahl aufgrund der jüngsten regulatorischen Änderungen und Reformen die Beobachtung der spanischen, ungarischen und französischen Märkte.
Sicherung der Wirtschaftlichkeit von Projekten
„Der rasante Ausbau von Projekten im Bereich erneuerbarer Energien hat zu Netzengpässen, Preisschwankungen und reduzierter Erzeugungskapazität geführt“, kommentierte Samir Hussain, Senior Research Analyst bei Aurora Energy Research, den Bericht des Unternehmens. „Daher ist die Integration erneuerbarer Energien in Batteriespeicher in Europa unerlässlich geworden, um die Wirtschaftlichkeit von Projekten zu sichern und ihre Attraktivität für Investoren zu erhalten.“
Trotz des signifikanten Wachstums dieser Projekte gibt es laut Bericht erhebliche Unterschiede in ihrer Größe zwischen den Ländern. Es wird erwartet, dass mehrere Großprojekte innerhalb von fünf Jahren in Betrieb gehen werden.
Der Bericht erläuterte, dass der Netzzugang und die politische Gestaltung Schlüsselfaktoren für das Wachstum dieser batterieintegrierten Projekte im Bereich erneuerbarer Energien sind.
Derzeit warten europaweit 1.600 GW an Projekten für erneuerbare Energien und Speicher auf den Netzanschluss, darunter allein 550 GW in Großbritannien.
Jörn Richten, Leiter der Abteilung für Energiemärkte, Politik und Technologieforschung in Europa bei Aurora, sagte: „Systeme zur Integration erneuerbarer Energien mit Batteriespeichern sind nicht in allen europäischen Märkten eine rentable Investition, da ihre Zielsetzung von Land zu Land unterschiedlich ist. In einigen Märkten besteht die Motivation darin, Gewinne aus dem Markt zu erzielen, in anderen in der Netzstabilisierung und in einem dritten in der Überwindung von Netzengpässen und der Begrenzung von Erzeugungsausfällen.“
